Württembergi Magyar Protestáns Gyülekezet
Ungarische Evangelische Gemeinde in Württemberg
Hungarian Evangelical Community in Wuerttemberg

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JAHRESBERICHT 2000

 

 

1. ALLGEMEINE LAGE

Wir haben allen Grund Gott dankbar zu sein, daß die Arbeit in der ungarischen Gemeinde ohne Unterbrechung und ohne gravierende Probleme auch anno domini 2000 weitergehen konnte. Zum Einen war das möglich, durch die große Hilfsbereitschaft vieler Mitglieder unserer Gemeinde – vom Kuvertieren der Einladungen (monatl. Immerhin 500!) bis zum Tischdecken und Spülen vor und nach der Agape, von der Mitwirkung in der Gottesdienstgestaltung bis zur Vorbereitung der Bibelstunden, und vieles andere mehr. Zum Anderen ist meine “Entlastung” durch unseren emeritierten Pfarrer István Gémes einfach großartig. Die vielfältige Aktivitäten der Gemeinde wären ohne die Mitarbeit meines Vaters und (als ehrenamtliche Sekretärin und Gemeindebürochefin) meiner Mutter nicht neben einem vollen Dienstauftrag zu bewältigen.

Dabei scheint die Arbeit, die wir ja als muttersprachliche Ergänzung zum parochialen Dienst der landeskirchlichen Pfarrer und Pfarrerinnen verstehen immer notwendiger zu werden. Um das Wort “Globalisierung” nicht auch noch bemühen zu müssen, auf einer Tagung ungarischsprachiger Seelsorger im Ausland, zu der die ungarische Regierung geladen hatte, sprach Staatssekretär Németh von der Notwendigkeit von funktionierenden Anlaufstationen für hunderttausende ungarischer Arbeitnehmer, die im Zuge der Integration Ungarns in die Europäische Gemeinschaft in Deutschland und den anderen EG-Ländern eine neue (vorübergehende?) Heimat finden werden. Wer könnte diese Aufgabe nicht besser angehen, als die in vielen Großstädten Westeuropas bereits seit vielen Jahren bestehenden Kirchengemeinden protestantischer und katholischer Prägung?

Im Zusammenhang mit diesen durchaus realistischen Aussichten wird die Frage aktuell, welchen Status die ungarische Gemeinde auf dem Gebiet und im Zusammenwirken mit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg hat. Eine Tagung in Blaubeuren hat das Fehlen einer gemeinsamen Grundlage alle anwesenden Vertreter fremdsprachiger Gemeinden bewegt und dazu geführt, daß die teilnehmenden Vertreter von Bad Boll (W.Wagner), DIMÖE (F.Würschum) und Diakonischem Werk (H.v.Bose, H.Müller) gebeten wurden, mit dem OKR unter Beteiligung der fremdsprachigen Gemeinden eine Diskussion in Gang zu bringen. Die Mini-KAP wird im Laufe diesen Jahres einen Vorstand wählen und so die gemeinsamen Interessen vertreten. Es ist einfach an der Zeit, daß sowohl in den Gemeinden als auch in der Kirchenleitung das Vorhandensein einer Vielzahl ökumenischer oder innerevangelischer Gruppen, Kreisen und Gemeinden vor Ort bekannt wird. Vielfach sind diese Menschen landeskirchliche Gemeindeglieder (und Kirchensteuerzahler!), aber durch Sprache, Tradition und Kultur auch einer “selbstorganisierten” Gemeinde zugehörig. Wenn in der Landeskirche “Gemeinschaftsgemeinden” sich rechtlich und organisatorisch bilden können um ihre spezielle Tradition und Frömmigkeit zu pflegen, warum eigentlich nicht auch Gemeinden mit Christen einer Sprache oder eines Kulturkreises? Und das mit Billigung und unterstützender Anerkennung der Kirchenleitung und der Synode?

Es ist meine Überzeugung, daß diese Entwicklung ein Schritt in die richtige Richtung ist und ein wichtiger Beitrag der Integration darstellt.

Doch nun zu dem eigentlichen Jahresbericht:

 

 

  1. GOTTESDIENSTE

Sie waren gut besucht, allerdings macht sich das schon 1999 beobachtete “Pendelverkehr” bemerkbar. Es muss aber auch hervorgehoben werden, dass der Anteil von Jugendlichen an allen unseren Veranstaltungen merklich gestiegen ist auf Grund der vielen au pair Mädchen und Studenten aus Ungarn, die selbst unter sich für uns “werben”. Die Statistik sollte nicht überstrapaziert werden. Im Vergleich zu 1999 fehlten uns die Teilnehmer des Kirchentagsgottesdienstes und der Jugendgottesdienste im Pfadfinderlager. Ansonsten ist die Besucherzahl immer noch steigend. – Auf Wunsch der Zuhörer haben wir eine Predigtserie durchge-führt: “Was haben uns die Propheten noch zu sagen?” Jeweils ein/e Jugendliche/r hat das Leben der Propheten kurz geschildert, so konnte sich die Predigt auf die prophetische Botschaft konzentrieren. – Erfreulicherweise ist die Zahl der Abendmahlsgäste wieder gestiegen.

3. MILLENNIUM 2000

Ungarn feiert tausendjähriges Jubiläum der Staatsgründung und Krönung des Königs Stefan I., des Heiligen. Stefan ist zu danken, das ungarische Volk dem westlichen Christentum zugeführt zu haben. Neben den staatlichen und politischen Veranstaltungen wollten wir mehr religiöse Akzente setzen. Deshalb folgende Veranstaltungen:

  1. In Zusammenarbeit mit der Ungarischen Röm.Kath.Mission in Stuttgart und in ihren zentralgelegenen Räumen fand eine (ökumenische) Vortragsserie über “Was hat das Christentum dem Ungarntum gegeben?” statt. An vier Abenden haben Pfr. Dr. Imre Tempfli, Königstein (Ostpriesterhilfe), István Elmer, röm.kath. Redakteur, Budapest, Dr. Attila Kálmán, Direktor des Reformierten Gymnasiums in Pápa, Ungarn und Laienvorsitzender der Reformierten Kirche in Ungarn, und Pfr. i.R. István Gémes referiert.
  2. Im Rahmen des Jubiläums fand auch eine Fahrt mit 55 Teinehmern nach Bamberg statt, wo die Spuren unserer Geschichte zu besichtigen sind: z.B. der “Bamberger Reiter” soll unseren König Stefan I. darstellen.
  3. Die zwei Nationalfeiertage sind im Geiste des Jubiläums begangen worden: Am 15. März versammelten sich etwa 700-800 Ungarn zu einem ökumenischen Gottesdienst mit anschliessender Feier, wobei das Festprogramm von 16 Schülern des Reformierten Gymnasiums in Pápa/Ungarn gestaltet wurde. – Am 23 Oktober hat sich der neue Generalkonsul der Republik Ungarn, Herr Tamás Mydlo den zwei Gemein-den vorgestellt und die Festrede gehalten. Seit der politischen Wende 1989 ist das der erste Fall, dass ein ungarischer Generalkonsul offiziell den Kontakt zu uns gesucht und aufgenommen hat.
  4. In Zusammenarbeit mit der Ungarischen Kulturinstitut fand ein Festkonzert mit Werke von Bach, Kodály und Bartók in der evang. Christuskirche zu Stuttgart statt. Es spielte Herr Attila Kálmán jun., der ehrenamtliche Organist unserer Gemeinde. Das Opfer des Konzertes und das Honorar ist vom Künstler den Geschädigten der Überschwemmungskatastrophe in Ungarn zur Verfügung gestellt worden.

  1. WELTGEBETSTAG DER FRAUEN
  2. Ein grosses Team von Frauen hat ihn sehr gründlich vorbereitet, unter Anleitung von unsere Kirchen-gemeinderätin Frau Kinga Gyökössy-Rudersdorf. Das Opfer wurde, wie auch letztes Jahr, an das Deutsche Weltgebetstag-Komitee weitergeleitet.

  3. HERBSTKONFERENZ
  4. “Wir wandern – aber wohin?” war das diesjährige Thema (Tod, Ewigkeit, Leben nach dem Tode) unserer Herbstkonferenz. Wohltuend war die grosse, aktive Teilnahme der Jugend. Es referierten der Sozio-logieprofessor Bálint Balla (Berlin) und Pfr. György Labossa-Gregersen (Szombathely, Ungarn) nebst unseren Pfarrern.

  5. KINDERARBEIT

Eine Umgestaltung der Gruppen soll unsere Arbeit effektiver machen. Die Kinderkirche wurde in zwei Altersgruppen geteilt und von Frau Nora Gémes und Kirchengemeinderat Theodor Sauerwein geleitet. Für die Kinderbeschäftigung während der Agapes konnten wir junge Eltern zur Mitwirkung gewinnen. Anlässlich des Muttertages haben unsere Kinder ein Märchenspiel einstudiert und aufgeführt, und in der Adventszeit ein Krippenspiel vorgetragen.

7. 100-JÄHRIGES JUBILÄUM DER CANNSTATTER LUTHERGEMEINDE

Am 1. Adventssonntag beging unsere cannstatter Gastgebergemeinde ihr 100-jähriges Jubiläum. Auch die ungarische Gemeinde war geladen. Pfr. i.R. István Gémes und eine kleine Abordnung nahmen an den Feierlichkeiten Teil und durften unsere Geschenke und unseren Dank überreichen.

8. ÜBERSCHWEMMUNGSKATASTROPHE

Der Karpatenbecken ist 2000 von drei Überschwemmungen heimgesucht worden. Wir haben gesammelt und als bescheidene Hilfe dem Ungarischen Ökumenischen Dienst DM2.000,00 überwiesen, die beim Wiederaufbau von zerstörten Häusern in Olaszliszka Verwendung fand. – Ebenfalls haben wir an drei kriegsbetroffene evangelischen Gemeinden in der Vojvodina (Jugoslavien) kleinere Spenden zukommen lassen, die persönlich überreicht wurden.

9. HAUSBIBELSTUNDEN

Wegen grosser Ausdehnung unseres Einzugsbereiches haben sich die Hausbibelstunden als gutes Mittel der Pflege der Gemeinschaft mehr als nützlich erwiesen. Es hat sich gut bewährt, daß die Gastgeber das Thema des Abends vorgeben und die Bibelstunde selbst leiten. Die Teilnehmerzahl richtet sich nach dem Bekanntenkreis der Gastgeber und Grösse ihrer Wohnung, und bewegt sich zwischen 10-30.

 

10. LITERATUR-ABENDE

Auf Wunsch haben wir angefangen einen Kreis aufzubauen, in der ungarische Literatur gelesen und besprochen wird. Es hat sich bereits ein “harter Kern” gebildet und die Arbeit scheint noch ausbaufähiger zu werden.

11. JUBILÄUM – GEMEINDE IN ULM-DIETENHEIM-HEIDENHEIM

Vor 20 Jahren habe wir Pfr. Pál Varga gebeten, uns zu helfen. Bei der doppelten Belastung von Pfr. István Gémes war es nicht möglich, von Stuttgart aus auch den Ulmer Raum zu versorgen. Freundlicherweise hat sich Pfr. Varga bereiterklärt die Aufgabe zu übernehmen, zumal er gerade Gemeindepfarrer in Ehingen/Donau war.

Als Erinnerung an die vergangenen 20 Jahre fand in der Kirche zu Dietenheim (jetziger Dienstort von Pfr. Varga) ein Festgottesdienst am 17. September statt. Die Predigt hielt der reformierte Bischof dr. Kálmán Csiha, Kolozsvár/Klausenburg/Cluj. Pfr. I.Gémes hat im Gottesdienst mitgewirkt und die Grüsse der “Muttergemeinde” Stuttgart übermittelt. Ausserdem ist unsere Gemeinde durch etwa 20 Mitglieder vertreten gewesen.

 

12. STATISTIK

1. Gottesdienste

Stuttgart-Bad Cannstatt
12x(12)
1475 (1395)
Heilbronn
11x(10)
221 ( 190)
Jugendarbeit
0x( 2)
( 180)
Ausflüge
1x( 1)
55 ( 47)
Kirchentag Stuttgart
0x( 1)
0 ( 300)
Herbsttagung
4x( 4)
110 ( 130)
Frauen-Weltgebetstag
1x( 1)
25 ( 26)
Ökum.Gottesdienste
2x( 2)
950 (1110)
Insgesamt
31x(33)
2836 (3378)

2. Abendmahl

Stuttgart-Bad Cannstatt
5x( 5)
139(129)+151(140)
= 290(269)
Heilbronn
4x( 2)
16( 10)+ 30( 13)
= 46( 23)
Ökum.Gd.
2x( 2)
68( 77)+ 63( 78)
= 131(155)
Jugendarbeit
0x( 2)
- ( 13)+ - ( 9)
= - ( 22)
Insgesamt
11x(11)
223(229)+244(240)
= 467(469)

3. Agape

Stuttgart-Bad Cannstatt
12x(12)
1180(1105)
Heilbronn
11x(10)
210( 178)
Ökum.Gd.
2x( 2)
750( 800)
Frauen-Weltgebetstag
1x( 1)
25( 26)
Insgesamt
26x(25)
2165(2109)

4. Bibelstunden
13x( 7)
171( 132)

5. Jugendbibelstunden

19x(14)
146( 88)

6. Kinderkirche

13x(12)
204( 124)

7. Kasualien

Taufen
1 (1)
Trauungen
1 (5)
Bestattung
- (2)
Ehejubiläum
1 (-)

8. Herbstevangelisation (LB)

56(62)

9. Ausflug nach Bamberg

55(35)

10. Besuche

22x(17)

11. Literatur-Abende

7x( -)
mit 85 Teilnehmern

 

 

12. ULM-DIETENHEIM-HEIDENHEIM – Pfr. PÁL VARGA

1. Gottesdienste und Agape

Ulm
3x( 4)
jeweils 15-25 Teilnehmer
Heidenheim
2x( 1)
- " -
Dietenheim
5x( 5)
- " -
Illerrieden
1x( 1)
- " -
dabei zwei Ökumenischen Gottesdienste
Teilnehmerzahl von 60-70

2. Abendmahl

Ulm-Dietenheim-Heidenheim
4x( 4)
mit durchschn.15-20 Teilnehmer

3.Kasualien

Taufe
1x(-)
Trauung
1x(-)
Beerdigung
1x(-)

4. Sonstiges

13. UNSERE DIENSTE AUSSERHALB DER GEMEINDE

Pfr. Pál I. Gémes

Pfr. i.R. István Gémes:

Stuttgart, 10.02.2001.

 

 

Pfr. Pál I. Gémes


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